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Beelitz Heilstätten – Faszination „Lost Places“

Wenn man sich als Fotografiebegeisterter aufmerksam durch das Internet bewegt kommt man irgendwann zwangsweise auf Lost Places Fotografien. Diese teilweise gespenstisch anmutenden Bilder von Orten, die von Menschen erschaffen und dann von ihnen wieder verlassen, zurück gelassen wurden. Teilweise sind noch Einrichtungsgegenstände zu finden, was die gnaze Szene noch gespenstischer erscheinen lässt. Natürlich ist einem klar, dass da niemand mehr ist, aber dennoch fragt man sich beim durchstöbern eines solchen Ortes, was hier wohl zu der aktivenZeit alles so passiert ist.

Einer der wohl berühmtesten Lost Places im Umland von Berlin sind die Heilstätten in Beelitz. Das riesige Areal wurde zu Anfang des 20. Jahrhundert als Sanatorium und Lungenheilanstalt genutzt. Zu DDR-Zeiten wurde das Gelände von der russischen Armee genutzt und wenn man weiter recherchiert dann erfährt man dass selbst Adolf Hitler in dem ehemaligen Krankenhaus nach dem 1. Weltkrieg behandelt wurde. Ein geschichtsträchtiger Ort also. Und eben weil dort so viel passiert ist, sind die verlassenen, riesigen Gebäude sehr faszinierend. Zeugen einer vergangenen Zeitepoche.

Natürlich ist an dem ganzen Komplex der Lost Places Tourismus nicht ohne Spuren vorbeigegangen. So wurden vormals vorhandene Einrichtungsgegenstände über die Jahre demoliert, oder entwendet, so dass die Eigentümer die letzten Reste jetzt teilweise entfernt und eingelagert haben. Einige Abschnitte sind bereits an neue Eigentümer verkauft und werden, oder wurden saniert und neu erschlossen. Somit wird es nur eine Frage der Zeit sein bis die riesigen Gebäude wieder eine Funktion haben werden. Dann wird der morbide und zugleich fesselnde Charm vergangen sein.

Die Faszination ging auch an mir nicht vorbei. Als verkappter Abenteuerer habe ich mich also zusammen mit einem Freund (kluge Entdecker gehen nicht alleine los) auf den Weg nach Beelitz Heilstätten gemacht. Mittlerweile kommt man nur noch mit sogenannten Fototouren-Anbietern in die Gebäude auf legalem Wege rein. Also haben wir so einen Anbieter – go2know – ausfindig gemacht und die 7 Stunden Entdeckungstour mit Basiscamp gebucht. Vor Ort war man erstmal erschlagen von der Größe der Gebäude ist dann aber trotzdem frohen Mutes losgestapft. Schnell waren die ersten 100 Bilder weggeschoßen. So viele Details, Zeichen der Zeit und und und. Die Zeit schien nur so zu verfliegen. Am Ende waren zwei Kamerakkus leer und beinahe leer und die Speicherkarte mit weiteren 1400 Aufnahmen beschrieben. Eine Auswahl dieser möchte ich nun hier präsentieren.