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Road to Oslo

Manchmal denkt man lange über Vorhaben nach ohne diese letztendlich zu machen. Und manchmal sagt man sich einfach „Scheiß drauf, ich mach das jetzt“ und stellt fest es war eine der besten Entscheidungen, die man getroffen hat. Klingt hochtrabend, aber in dem Fall passt es schon irgendwie. Mich fasziniert Scandinavien schon eine ganze Weile, besonders Norwegen. Die Menschen sollen dort glücklicher und entspannter sein. Das wollte ich mir mal mit eigenen Augen ansehen. Also habe ich mich im Juli 2016 entschlossen nach Oslo zu fahren. Zufälliger Weise war in der Nähe von Oslo ein Tuning Treffen, welches ich auch schon seit längerem gerne besuchen wollte. Also zwei Fliegen mit einer Klappe erwischen? Japp, gesagt getan. Kurz informiert wie das alles so grob abläuft in Norwegen – Maut, akzeptierte Zahlungsmittel, Geld tauschen (glücklicherweise lebt ein ehemaliger Arbeitskollege schon seit Jahren in Norwegen und hatte ein paar hilfreiche Tipps) und dann noch ein Hotel in Oslo gebucht – fertig, es konnte also los gehen.

Am 9. Juli in aller Herrgotts Frühe machte ich mich auf den 1400 Kilometer langen Weg – ich hatte mich bewusst dazu entschieden den „Landweg“ zu nehmen und mir die Fähre für den Rückweg aufzuheben. Ein Blick auf die Uhr – 0400 stand dort und das Navi errechnete das ich so gegen 18:00 Uhr vor Ort sein sollte – aus Erfahrung weiß man ja dass das selten stimmt. Es wurde dann doch eher 20 Uhr, aber das machte nix, denn das Auto war zu dem Zeitpunkt quasi nagelneu und konnte so perfekt eingefahren werden und schließlich ist ja der Weg das Ziel. Deutschland war schnell zurückgelassen, natürlich nicht ohne Stau. Dann kam Dänemark unter die Räder – ohne Probleme und es ging auf die imposante Öresundbrücke. Als Fahrer kann man ja nicht so richtig nach links und rechts schauen, aber alleine das befahren war schon beeindruckend. Am anderen Ende wartete Schweden – Malmö – viel Landschaft und etwas Verkehrswahnsinn in Göteborg, aber alles halb so wild. Der guten Laune konnte das alles nichts anhaben. Dann endlich Norwegen. Die Straßen wurden noch leerer, die Landschaft noch schroffer und interessanter und dasTempo noch entspannter. Ich hatte noch nie so wenig Probleme damit „nur“ 100 Km/h auf der Autobahn zu fahren. Gegen 20:30 Uhr war das Ziel endlich erreicht. Nur noch schnell eingecheckt und den Boliden entladen und dann war ich trotz allem froh endlich pennen zu können.

Am nächsten Tag – Samstag – war das Tuningtreffen angesagt. Das ist aber eine andere abgefahrene Geschichte. Am Sonntag habe ich mir dann ganz entspannt Oslo angesehen, natürlich nur einen kleinen Teil, denn vom Vortag war ich dann doch etwas fusslahm, aber das Resultat kann sich trotzdem sehen lassen – und eins ist sicher: Oslo i’ll be back!